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Blankbogen: Überblick
Blankbogen steht im Mittelpunkt dieser Seite. einstellen Aufbau und Stringwalking: Blankbogen · Stringwalking · Systembalance Blankbogen einstellen.
Hinweise zur Nutzung
Die folgenden vorhandenen Inhalte erläutern das Thema anhand der auf dieser Seite genannten Angaben. Die auf dieser Seite eingebundene Originalquelle dient als technische Referenz. Prüfe Maße, Ausführung und Einsatzbereich immer am eigenen Material; bei sicherheitsrelevanten Arbeiten gelten zusätzlich die Herstellerhinweise. Weitere Grundlagen bündelt das Bogensport-Wiki.
Blankbogen · Stringwalking · Systembalance
Blankbogen einstellen: Aufbau, Stringwalking und sichere Abstimmung
Ein moderner Blankbogen nutzt meist Mittelteil, Wurfarme, Sehne, Pfeilauflage und Button eines Recurves – jedoch ohne Visier, Stabilisator und Auszugskontrolle. Beim Stringwalking verändert jeder Abgriff die Kraftverteilung, Pfeilreaktion und Zielgeometrie. Deshalb müssen reales Zuggewicht, Tiller, Nockpunkt, Auflage, Button, Balance und Pfeil als gemeinsames System beurteilt werden.
- Abgriff
- Crawl reproduzierbar am regelkonformen Tab erfassen, nicht an der Sehne markieren
- Regelprüfung
- Bogen samt Anbauten muss die aktuelle 12,2-cm-Ringprüfung bestehen
- Stopp
- bei Auflagensprung, lockeren Gewichten, beschädigter Wicklung oder Wurfarmauffälligkeit
01 · Recurvebasis, andere Zielgeometrie
Blankbogen ist mehr als ein olympischer Recurve ohne Anbauteile
Der Bogen speichert Energie in zwei flexiblen Wurfarmen und wird mit den Fingern gelöst. Ohne Visier wird häufig die Pfeilspitze als visuelle Referenz verwendet. Ohne langen Stabilisator entsteht eine andere Balance; ohne Clicker muss die Auszugslänge ausschließlich über Körpergefühl und wiederholbare Ankerpunkte kontrolliert werden.
Stringwalking verschiebt die Zugfinger unterhalb der Nocke. Der Abstand zwischen Nocke und oberem Zugfinger heißt Crawl. Ein tieferer Crawl verändert Sehnenwinkel, Belastung von oberem und unterem Wurfarm, Nockweg, Geräusch und dynamische Pfeilreaktion. Deshalb kann eine Einstellung, die am flachen Abgriff ruhig wirkt, am tiefen Abgriff Kontakt oder instabile Gruppen erzeugen.
02 · Regeln definieren die Klasse
Ohne Visier und Stabilisator – aber nicht ohne präzise Grenzen
Bogen und Zielhilfen
Im aktuellen World-Archery-Regelwerk ist kein Visier erlaubt. Das Bogenfenster muss frei von Vorsprüngen, Zielmarken, verwertbaren Flecken oder Laminatmustern im Zielbereich sein; nutzbare Markierungen müssen abgedeckt werden.
Sehne und Auszug
Kein Peep, keine Zielmarke sowie keine Lippen- oder Nasenmarke an der Sehne sind erlaubt. Das Ende der Mittelwicklung darf im Vollauszug nicht im Sichtfeld als Zielhilfe dienen. Ein Auszugskontrollgerät wie Clicker ist nicht erlaubt.
Auflage und Button
Eine Auflage sowie verstellbarer Button, Druckpunkt oder Pfeilplatte sind zulässig, wenn sie nicht beim Zielen helfen. Die Druckstelle darf im aktuellen Book 3 höchstens 2 cm hinter dem Druckpunkt des Griffs liegen.
Gewichte und Ringprüfung
Der Bogen muss mit jeder Kombination aus Gewichten, Dämpfern und Anbauten – gespannt oder ungespannt und unabhängig von der Orientierung – ohne Bewegen, Biegen oder Drehen der Anbauten durch einen Ring von 12,2 cm ± 0,5 mm passen.
Tabmarkierungen
Uniforme Nähte sowie gleichförmige Linien oder Markierungen direkt auf dem Tab oder auf Tape sind zulässig; nach dem aktuellen Regeltext dürfen sie bis zu zwei unterschiedliche Längen haben. Zusätzliche Merkhilfen sind nicht erlaubt.
Wettkampfspezifisch prüfen
World Archery erlaubt Face- und Stringwalking. Nationale Klassen und Ausschreibungen können abweichen. Vor dem Start zählt die aktuelle Fassung des zuständigen Verbands, nicht eine ältere Produktbeschreibung.
03 · Zwei veränderbare Referenzen
Stringwalking verändert den Sehnenabgriff, Facewalking den Anker
Stringwalking
Der Anker bleibt möglichst gleich, während die Zughand je nach Entfernung unterschiedlich weit unter der Nocke greift. Der Crawl wird am regelkonformen Tab reproduziert. Die Sehne selbst erhält keine Zielmarkierungen.
Facewalking
Der Sehnenabgriff bleibt gleich, der Anker wandert im Gesicht. Das verändert Augen-Pfeil-Geometrie und Auszug. Es ist nach World Archery erlaubt, verlangt aber besonders klare Referenzen und erneute Messung des realen Vollauszugs.
Kombination
String- und Facewalking können kombiniert werden, erhöhen aber die Zahl gekoppelter Variablen. Für Lernen und Diagnose ist ein stabiler Anker mit sauber dokumentierten Crawls meist leichter nachvollziehbar.
Gap-/Pfeilspitzenzielen
Die sichtbare Lücke zwischen Pfeilspitze und Ziel wird als Entfernungsreferenz genutzt. Stand, Anker, Kopfposition und Auszug müssen stabil sein, damit die Lücke überhaupt reproduzierbar bleibt.
- Crawl immer vom selben Bezug an Nocke/Nockpunkt zum selben Tab-/Fingerbezug erfassen;
- Tab flach und wiederholbar ansetzen, ohne Nocke einzuklemmen oder die Sehne seitlich zu verdrehen;
- für jeden Abgriff Geräusch, Auflagenkontakt, Gruppierung und Wurfarmverhalten beobachten;
- tiefste real genutzte Einstellung als eigene Sicherheits- und Kontaktprüfung behandeln;
- Crawl-Markierungen erst aus stabilen Gruppen ableiten, nicht aus einzelnen Treffern.
04 · Jede Komponente reagiert auf den Abgriff
Tiller, Nockpunkt, Auflage, Button, Gewicht und Pfeil zusammen auswählen
Mittelteil und Wurfarme
Aufnahme, Bogenlänge, Griff, Gewinde und Breite für die Ringprüfung müssen passen. Das Zuggewicht bleibt über die gesamte Einheit kontrollierbar; tiefe Crawls sind kein Grund, strukturelle Herstellergrenzen zu überschreiten.
Tiller und Nockpunkt
Tiller beschreibt die geometrische Differenz der Wurfarmabstände. Stringwalking verschiebt die Lastverteilung; deshalb ist ein pauschaler Null- oder Negativtiller keine universelle Lösung. Nockpunkt und Tiller werden aus dokumentierter Basis getrennt geprüft.
Auflage und Button
Die Auflage muss bei allen genutzten Crawls zuverlässig tragen und zurückkehren. Buttonposition, Federweg und Centershot werden neutral begonnen; extreme Härte oder Seitenlage dürfen keinen falschen Spine verstecken.
Tab und Mittelwicklung
Tabkante, Lederstärke, Fingerteiler, Ankerplatte und Markierungen beeinflussen Ablass und Crawl. Die Mittelwicklung muss lang und widerstandsfähig genug für den realen Abgriffbereich sein, ohne im Sichtfeld als Zielmarke zu dienen.
Gewichte und Balance
Gewichte können den Schwerpunkt senken und die Reaktion nach vorn beruhigen. Masse, Gewinde, Position und mögliche Dämpfer müssen sicher befestigt sein und die Ringprüfung bestehen. Mehr Masse hilft nur, wenn die Schulter stabil bleibt.
Pfeil
Spinewahl beginnt mit realem Zuggewicht auf den Fingern, realer Pfeillänge, Spitzen-/Insertmasse, Wurfarmtyp und Fingerablass. Danach wird über den tatsächlich genutzten Crawlbereich abgestimmt.
05 · Reproduzierbar vor fein
Die Grundeinstellung beginnt beim sicheren Nullzustand
- 1Regelziel festlegen. Freizeit, Verein oder konkreter Verband bestimmen, bevor Gewicht, Dämpfer, Tab und Markierungen ausgewählt werden.
- 2Identität und Zustand sichern. Mittelteil-/Wurfarmsystem, Sehne, Bogenlänge, Herstellergrenzen und alle Anbauten erfassen; Wurfarme, Tips, Sehne, Wicklungen und Gewinde prüfen.
- 3Sicher aufspannen. Geeignete Spannschnur verwenden, Sehnenöhrchen kontrollieren, dann Standhöhe und Wurfarmflucht dokumentieren.
- 4Reale Belastung messen. Zuggewicht am persönlichen Vollauszug mit dem genutzten Tab und plausibler Ankerposition messen; Auszugslänge getrennt dokumentieren.
- 5Geometrische Basis setzen. Tiller, Nockpunkt, Auflagenhöhe und Centershot in einen modellgerechten Startzustand bringen.
- 6Button neutral beginnen. Position und mittlere Federung dokumentieren. Nockpunkt und sichere Auflagenfunktion vor Buttonfeinabstimmung bestätigen.
- 7Crawlbereich aufbauen. Mit flachem Abgriff auf kurzer sicherer Distanz beginnen; nur schrittweise zu den tatsächlich benötigten Abgriffen gehen und jeden Zustand notieren.
- 8Balance ergänzen. Gewicht erst hinzufügen, wenn Griffdruck und Schulter stabil sind. Danach Ringprüfung in allen Orientierungen und Schraubenkontrolle durchführen.
- 9Nur eine Variable. Gruppen, Geräusch, Kontakt und Pfeilreaktion vergleichen; nicht gleichzeitig Crawl, Tiller, Nockpunkt, Button und Spitze verändern.
06 · Über den Nutzbereich prüfen
Ein Pfeil muss nicht nur am Lieblingscrawl funktionieren
Die Vorauswahl erfolgt mit dem aktuellen Herstellerchart nach realem Zuggewicht und definierter Pfeillänge. Ein Chart ersetzt keine Sicherheitsprüfung und keine Abstimmung. Da der Crawl den Nockweg und die dynamische Reaktion beeinflusst, werden Befiederungskontakt, Gruppierung und Rohschaftreaktion an mehreren repräsentativen Abgriffen beobachtet.
Erst müssen Technik und Pfeilfreiheit reproduzierbar sein. Dann folgt eine begrenzte Abstimmung: Nockpunkt vor Buttonfeinheit, stabile Gruppen vor Rohschaftinterpretation, nur eine Änderung je Durchgang. Ein einzelner Rohschaft oder ein einzelner Treffer ist kein Beweis für Spine oder Buttonhärte.
- Pfeil vor jedem Schießen auf Riss, Verbiegung, lockere Spitze, beschädigte Nocke und Befiederung prüfen;
- Nockpassung und Mittelwicklung gemeinsam beurteilen, besonders über den gesamten Crawlbereich;
- sichere Pfeillänge beibehalten; kein Clicker begrenzt versehentlich einen zu langen Auszug;
- Rohschafttest nur mit tragfähiger Gruppierung und sicherem Pfeilfang durchführen;
- bei widersprüchlichen Reaktionen zuerst Technik, Kontakt und Messdaten prüfen, nicht sofort neue Pfeile kaufen.
07 · Symptom und Ursache trennen
Die Diagnose folgt dem Abgriff vom Tab bis zum Pfeil
Die Matrix gibt Prüfpfade, keine pauschalen Crawl-, Tiller- oder Buttonwerte.
| Beobachtung | Zuerst prüfen | Möglicher Zusammenhang | Begrenzte Antwort | Stoppgrenze |
|---|---|---|---|---|
| Pfeil fällt bei tiefem Crawl | Tabwinkel, Fingerkontakt, Auflage | seitliche Sehnenlast oder Auflagengeometrie | Technik filmen, Auflage fachlich prüfen | keine improvisierte Drahtform |
| Treffer springen zwischen Distanzen | Crawl, Anker, Kopfposition, Auszug | Referenz nicht reproduzierbar | eine Distanz stabilisieren, neu markieren | nicht den Button je Distanz ändern |
| Bogen kippt oder Schulter ermüdet | Griffdruck, Gesamtmasse, Gewichtsposition | Balance oder Last zu hoch | Masse reduzieren, Technik prüfen | kein weiteres Gewicht als Kaschierung |
| Mittelwicklung nutzt lokal ab | Tabkante, Crawlbereich, Nockpassung | Reibung oder ungeeignetes Serving | sofort Zustand und Kante prüfen | kein Schießen bei Faserbruch |
| Geräusch ändert sich mit Crawl | Sehnensitz, Tiller, Schrauben, Kontakt | veränderte Wurfarm-/Nockdynamik | markieren, langsam eingrenzen | bei Knacken oder Bewegung stoppen |
| Rohschaftbild widersprüchlich | Gruppierung, Kontakt, Nockpunkt | Technik-/Clearanceproblem statt Spine | befiedert und unbefiedert mehrfach prüfen | nicht mehrere Variablen ändern |
| Bogen fällt durch Ausrüstungskontrolle | Ring, Markierungen, Anbauten, Tab | Regelkonflikt statt Tuningfehler | aktuelle Regel/Ausschreibung anwenden | keine Teile unter Kraft durchdrücken |
08 · Abnahme, Regelstand und Primärquellen
Mechanische Sicherheit und Wettkampfzulässigkeit werden getrennt bestätigt
- 1Struktur intakt. Wurfarme, Mittelteil, Sehne, Wicklung, Nockpunkte, Auflage, Button und Gewinde sind ohne Schaden oder Bewegung.
- 2Abgriffe stabil. Jeder reale Crawl ergibt wiederholbaren Anker, kontrollierten Auszug und sicheren Pfeilsitz.
- 3Clearance bestätigt. Auflage kehrt zurück; Schaft und Befiederung zeigen über den Crawlbereich keinen ungeklärten Kontakt.
- 4Balance tragbar. Gewichte bleiben fest; Schulter und Griffdruck sind über eine Trainingseinheit stabil.
- 5Regelprüfung bestanden. Keine Zielmarken, kein Auszugskontrollgerät; Tab, Sehne und komplette Bogen-/Anbaukombination entsprechen der aktuellen Ausschreibung und Ringprüfung.
Regelstand 13. März 2026: Die Zusammenfassung bezieht sich auf World Archery Book 3, Artikel 9.3. Sie ersetzt weder die Originalfassung noch nationale Regeln oder die Entscheidung der Kampfrichter. Regelstand vor jedem Wettkampf erneut prüfen.
- World Archery: Barebow Equipment: Funktionsprinzip, Stringwalking und grundlegende Einordnung der Ausrüstung.
- World Archery: Book 3 – Target Archery, Version 2026-03-13: verbindliche internationale Equipmentregeln für Blankbogen in Artikel 9.3.
- Hoyt: 2026 Recurve Owner’s Manual: herstellerspezifische Sicherheit, Aufspannen, Wurfarm-/Mittelteilgrenzen, Tiller, Alignment und Standhöhe.
- Easton: Target Arrow Size Selection: Ausgangsauswahl nach tatsächlichem Zuggewicht, definierter Pfeillänge und Recurve-Fingerablass.
- World Archery/FITA: Coaching Manual Level 2, Barebow Module: technische Abgrenzung von Gap Shooting, Facewalking und Stringwalking; ältere Regelhinweise darin werden nicht als aktueller Regelstand verwendet.
Weiterlesen: Tiller, Nockpunkt, Pfeilauflage, Button/Plunger, Centershot, Standhöhe, Rohschafttest und Pfeilprüfung.